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Veränderungen in der Gas- und Wasserwirtschaft und die Auswirkungen auf das Zählerwesen

Dem Zählerwesen in der Gas- und Wasserwirtschaft besonders in Deutschland steht ein größerer Umbruch bevor, oder teilweise schon mittendrin.

Mit der MID und dem Energierecht der Europäischen Union, das in Deutschland als Energiewirtschaftsgesetz umgesetzt wurde, sind viele Veränderungen im Zählerwesen zu erwarten.

Gerade bei Gas- und Wasserzählern die teilweise bis heute als Elektronik maximal einen Impulsgeber besitzen, tat sich Jahrzehnte nichts. Im Gegensatz zu Elektrozählern ist hier eine Hilfsenergie erforderlich, die zum überwiegenden Teil aus Batterien zur Verfügung gestellt wird. Die Kapazitäten dieser waren im Verhältnis zum Energiebedarf noch zu gering und die Elektronik in Relation zur Mechanik teurer. Da neue Funktionen wie zum Beispiel eine Temperaturerfassung bei Gaszählern nicht zwingend erforderlich waren, wurde auf die kostengünstige mechanische Messtechnik zurückgegriffen. An dieser Stelle sei an die Ultraschallhaushaltsgaszähler Mitte der 90-ziger Jahre erinnert, die zwar genauer waren und temperaturkompensiert arbeiteten, aber eben auch ca. 50-100 % teuer waren als Balgengaszähler. Weiterhin waren die Eichfristen von elektronischen Zählern kürzer als die der mechanischen Geräte.

Rasante Entwicklungen der Elektronik bieten jetzt neue Möglichkeiten, zum Beispiel elektronische Zähler mehr als 10 Jahre mit einer Batterie zu betreiben. Die Normung trägt der neuen Technik auch Rechnung. Elektronische Zählwerke wurden als Hauptzählwerk einfacher zulassungsfähig. Schnittstellen und Datenübertragungsmöglichkeiten sind schneller und sicherer geworden. Das Smart Metering, ein Fernauslesen der Zähler bis hin zu Live-Übertragungen der Verbräuche über das Internet bis zum Endkunden, eröffnen ganz neue Möglichkeiten.

Ein weiterer Schub kommt durch das Energierecht, was eine Abspaltung des Versorgers vom Netzbetreiber bedingt hat. Auf der einen Seite darf durch ungenaue Messungen eine Durchleitung nicht zum Verlustgeschäft werden. Auf der anderen Seite stellt das Messstellenmanagement  mit Datenerfassung und Übertragung eine Dienstleistung dar, die über das Durchleitungsgeschäft hinausgeht.

Aus diesen Gründen sind die mechanischen Zähler langsam auf dem Rückzug. Elektronische Zusatzgeräte an Balgengaszählern für Temperaturkompensation und Datenübertragung haben ähnliche Kosten wie elektronische Zähler. Länger als die mechanischen Messwerke beim Gas werden wahrscheinlich die beim Wasser noch Verwendung finden.

Ein größerer Vorteil für den Verbraucher wird aber die zunehmende Genauigkeit neuer Messgeräte darstellen. Nicht nur eine Verbesserung über das Messprinzip wird diese Auswirkungen haben, sondern auch zusätzliche Korrekturmöglichkeiten der einfachen Betriebsmesswerte mit der Zählerelektronik. Dies wird auch zunehmend durch eine veränderte Normung unterstützt. Somit ist der Kunde nicht nur in der Lage seinen Verbrauch zu Kontrollieren und anzupassen. Auch im Zuge der steigenden Kosten für Gas und Wasser bietet die genauere Erfassung eine reellere Kostenbelastung für den Verbraucher.

Letzten Endes wird dies auch auf die Großgas- und –Wassermesstechnik Auswirkungen haben. Die Netzbetreiber müssen gerade im Gasbereich genau Wissen wo und wie viel man liefert und geliefert bekommt um keine Verluste zu machen. Es wird also eine Erhöhung der Anzahl und der Ausstattung der Messstellen zu verzeichnen sein. Beim Gas wird die Bestimmung der gelieferten Energie maßgebend werden, wo heute noch über Normvolumen abgerechnet wird.

Auch die Prüftechnik ist davon betroffen. Die Erneuerung von Prüfanlagen ist aus Sicht der Anforderungen an Genauigkeit und neuen Messanforderungen, sowie des Durchsatzes erforderlich. In der Großgasmesstechnik konnte man schon die Auswirkungen spüren. Die Anforderung der Hochduckprüfung aller Zähler mit einem Betriebsdruck über 5 bar zeigte durch die Erhöhung der Wartezeiten das Problem der geringen Anzahl der verfügbaren Hochdruckprüfstellen. Auch im Hausbereich wird mit neuen Zählertypen zu rechnen sein, die auch höhere Anforderungen an die Prüfanlagen bedingen.

Eine Auswirkung der Einführung von Smart Metern ist bei den Messtechnikherstellern schon zu sehen. Die klassische Aufspaltung von Gas-, Wasser-, Wärme- und Elektrozählerherstellern wird sich ändern. Da die Übertragungssysteme im Allgemeinen herstellerspezifisch sind, ist ähnlich den Stadtwerken auch bei den Messgeräteherstellern ein „Querverbund“ zu beobachten. Wasser- und Wärmezählerhersteller nehmen die Gaszählerherstellung auf und umgekehrt. Mit Elektrozählerhersteller werden meist Kooperationen aufgebaut.

Die ganze Branche ist im Umbruch. Ingenieurbüros wie IMBUS werden Ihren Teil dazu beitragen, ob in der Entwicklung oder Beratung, in der Messtechnik oder der Prüftechnik. Dies Betrifft aber nicht nur die EU. Diese Entwicklung wird sich auch rasant global abzeichnen. Wir hier im Mitteleuropa können aber dies maßgeblich mit gestalten.